Nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs konzentrierte sich MAE ganz auf den Maschinenbau. Die stürmische Entwicklung von Ölhydraulik in den 50er Jahren bot die Chance, sich mit einem eigenen Pressenprogramm ein starkes zweites Standbein zu schaffen.
Nach Kriegsende war MAE zunächst einmal führungslos: Gerhard Götzen konnte erst 1950 von den Besatzungsmächten die Erlaubnis erwirken, das Unternehmen weiterzuführen. Sein Sohn, Hermann Götzen, kam 1947 aus der Kriegsgefangenschaft und studierte bis 1950 Betriebswirtschaft in Köln.
Neustart nach dem Krieg
Bis auf Schäden durch Plünderungen hatte der Firmensitz am Steinhof die Kriegswirren weitgehend unbeschadet überstanden. So konnte die Produktion des Vorkriegsprogramms recht schnell wieder beginnen. Die Zusammenarbeit mit Pöting wurde weitergeführt. Auch die Regal- und Bremsenproduktion nahm man Anfang der 50er Jahre wieder auf.
Eine für die weitere Entwicklung des Unternehmens entscheidende Programmerweiterung ergab sich aus einer kurzen Zusammenarbeit mit der Firma Eitel KG in Düsseldorf. Da sich die Ölhydraulik nach dem Zweiten Weltkrieg schnell als vielseitig verwendbarer Antrieb für Maschinen mit hohen Prozesskräften durchgesetzt hatte, war ein großer Markt für hydraulische Pressen entstanden. Hans-Georg Eitel war ein talentierter Konstrukteur und Unternehmer gleichermaßen. Er entwarf Pressen, die zum Teil bei MAE montiert wurden. Eitel verlegte 1956 seinen Firmensitz nach Karlsruhe. Dabei konnte MAE einen Konstrukteur übernehmen und so den Grundstein für ein eigenes Standardpressenprogramm legen. In den 50er Jahren entstanden so die C-Gestellpressen der Baureihen T, E und S.
Konzentration auf das Pressengeschäft
Die Zeit des Wirtschaftswunders brachte für diese einfachen, handhebelgesteuerten Maschinen einen aufnahmefähigen Markt. Umformen, Räumen und Richten waren die wichtigsten Bearbeitungsverfahren.
Für den Vertrieb und die Konstruktion der Hydropressen wurden zusätzliche, qualifizierte Mitarbeitende benötigt und eingestellt. Die Regal- und Bremsenproduktion gab man 1961 zugunsten der Pressen auf. Der Anteil der Pressen am Gesamtumsatz wurde kontinuierlich gesteigert. Man wagte sich einerseits an Maschinen mit deutlich höheren Presskräften, andererseits kamen neue Bauarten hinzu. Die liegenden Varianten der Baureihe RI wurden ebenso realisiert wie komplexe Sonderanlagen etwa zum Montieren oder Verleimen und anspruchsvolle, mehrfach wirkende Umformpressen. Auch die speziell ausgestatteten Räumpressen fanden schnell ihren Markt. 1959 erschloss man dann mit dem Bau der ersten Radsatzpresse für die Bahnindustrie eine weitere Marktlücke.
Führungswechsel
Gerhard Götzen zog sich ab Mitte der 60er Jahre zunehmend aus dem aktiven Geschäft zurück. Sein Sohn, Hermann Götzen, konnte die Leitung des Unternehmens aufgrund eines zunehmenden körperlichen Leidens nicht vollständig übernehmen. Daher wurde das operative Geschäft von Ende der 60er bis Ende der 70er Jahre weitgehend von Manfred Deutschewitz gestaltet, der 1961 als Konstruktionsingenieur eingestellt worden war, sich jedoch nach kurzer Zeit vor allem um Vertriebsaufgaben kümmerte und später die Technische Leitung übernahm.
Umstrittenes Erfolgsrezept
Ein wichtiger Grundstein für die weitere Zukunft des Unternehmens wurde wiederum indirekt durch die Firma Eitel gelegt, die 1964 erstmals eine hubgesteuerte Richtpresse präsentierte. Bis dahin verwendete man zum Richten ausschließlich druckgesteuerte Pressen. Solche Maschinen wurden auch von MAE produziert. Sie erforderten ein erhebliches Geschick des Bedienpersonals, weil bei vielen Werkstoffen nach dem Überschreiten der Streckgrenze bereits eine geringe weitere Steigerung der Presskraft eine erhebliche Spannungserhöhung bewirkt. Vor allem gehärtete Werkstücke wurden dabei häufig überlastet und rissen oder brachen.
Die Hubsteuerung war daher eine elegante Lösung dieses Problems und für Eitel in kurzer Zeit ein großer Erfolg. MAE reagierte rasch und baute zusammen mit der Firma Rexroth ebenfalls eine Präzisionshubsteuerung für eine neue Richtpresse der Baureihe S RH, die bis heute produziert wird.
Eitel hatte auf seine Steuerung in vielen Ländern ein Patent erhalten und wollte den Verkauf der MAE Pressen aus naheliegenden Gründen unterbinden. Der folgende Rechtsstreit zog sich über einen langen Zeitraum hin. Er hatte für MAE eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Man konnte letztinstanzlich nachweisen, dass die MAE Steuerung das Eitel-Patent nicht verletzte und so konnte dieser wichtige Markt gesichert werden.